Diagnose "Kein Herzschlag mehr" Du hast die Diagnose erhalten, dass das Herz deines Kindes aufgehört hat zu schlagen und bist mit der Situation überfordert?
Nach der Diagnose einer Fehlgeburt ab der 13. SSW ist oftmals keine Ausschabung mehr möglich und das Kind muss auf natürlichem Weg geboren werden:
1. Geburt durch Aktives Abwarten
Wenn dein Kind in deinem Bauch verstorben ist und du noch Zeit benötigst diese Situation zu bewältigen - solltest du mit deinem behandelnden Frauenarzt ein Aktives Abwarten besprechen. Eine sofortige Einleitung ist nur in bestimmten Fällen nötig.
- Du solltest in dieser Zeit regelmäßig von einem Arzt oder einer Hebamme kontrollieren lassen, ob dein körperlicher Zustand das Warten weiter zulässt.
- Bekommst du Fieber, sehr starke Schmerzen und anhaltende Blutungen, solltest du unbedingt zu deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder ins Krankenhaus fahren.
2. Geburt durch künstliche Geburtseinleitung
Ausgelöst durch eine Medikamentengabe, wird das Kind durch den Geburtskanal zeitnah ausgestoßen. Die Art der Medikation kannst du mit deinem behandelnden Arzt vor Ort besprechen - es gibt verschiedene Möglichkeiten.
- Dies kann mit stärkeren Blutungen und Krämpfen verbunden sein als beim Abwarten.
- Die medikamentöse Behandlung ist in den meisten Fällen erfolgreich und kann ambulant durchgeführt werden.
- Dieser Zeitraum sollte von einem Arzt oder einer Hebamme regelmäßig überwacht werden, um mögliche Komplikationen zu erkennen.
3. Oftmals müssen Frauen nach der Geburt noch zur Ausschabung (Kürettage):
Bei diesem Eingriff werden Reste der Gebärmutterschleimhaut mit einer Metallschlinge entfernt. Bitte besprecht mit eurer Hebamme oder eurem Gynäkologen, ob dieser Eingriff unmittelbar nach der Geburt gemacht werden muss oder ob man noch abwarten kann.
- Die Ausschabung erfolgt i.d.R. unter Narkose und wird ambulant oder stationär durchgeführt.
- Es besteht ein geringes Risiko von Komplikationen wie Infektionen oder Verletzung der Gebärmutter.
Wichtige Infos:
Der Geburtsprozess kann mitunter sehr langwierig sein, und die damit verbundene Wartezeit kann für euch Eltern eine große Herausforderung darstellen. Die Vorstellung, ein totes Baby zur Welt zu bringen, kann Ängste und Sorgen hervorrufen, die die mentale Belastung zusätzlich verstärken.
In dieser Situation ist es hilfreich, die eigenen Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Dies kann zur Verarbeitung der Ängste und zur Stärkung der eigenen Ressourcen beitragen.
Es ist euer Baby, und ihr dürft es nach der Geburt anfassen, küssen und lieben.
